#mistelchallenge – Gemeinsam der Mistel an den Kragen

Misteln schädigen Obstbäume und sollten deshalb entfernt werden. Gemeinsam mit vielen anderen Aktiven schneiden wir diesen Winter Misteln!

Alle Jahre wieder

Mit 12 Grad war es für Anfang Dezember ungewöhnlich warm, als wir uns bei Nieselregen und Nebel auf einer Streuobstwiese am Ortsrand von Niedernhausen im Taunus trafen. Mangels Transportmöglichkeit ohne Leiter, aber dafür mit Teleskop-Werkzeug ausgestattet, knöpften wir uns die Misteln in den alten Apfelbäumen vor.

Das letzte Mal wurden auf dieser Fläche vor drei Jahren die Misteln aus den Bäumen entfernt. Damals war bereits klar: Es gibt einen starken Befall mit Misteln auch im Bereich der Starkäste. Da die Saugorgane der Misteln weit ins gesunde Holz hineinwachsen, wäre eine dauerhafte Entfernung der Misteln dann nur möglich, wenn entsprechend stark zurückgeschnitten wird. Das wiederum würde aber die Lebenserwartung der Bäume deutlich verkürzen. Darum ist hier der Ansatz, dass die Misteln regelmäßig entfernt werden, auch wenn sie dann aus ihren Wurzeln immer wieder neu austreiben. 

Das Konzept scheint aufzugehen: Im Vergleich zu benachbarten Flächen sind die Bäume deutlich weniger mit Misteln befallen. Die vorhandenen Misteln sind zudem kleiner, es gibt kaum welche mit Beeren. Die Beeren bilden sich erst im dritten oder vierten Jahr der Pflanze und sorgen für die weitere Ausbreitung der Misteln.

 

Auf dieser Fläche wurde dieser Zyklus nun erstmal wieder unterbrochen – aber es warten noch viele weitere Bäume darauf, dass wir sie von den Misteln befreien! 

Wir bedanken uns beim Landschaftspflegeverband Kreis Bergstraße für den Start der #mistelchallenge und die Nominierung! Wir nominieren den Landschaftspflegeverband Rheingau-Taunus und den Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis 

 

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