Misteln

Mistel
Mistel

Misteln sind parasitäre Pflanzen, die auf verschiedenen Baumarten wachsen, darunter auch Obstbäumen. Sie entziehen als sogenannte Halbschmarotzer ihren Wirtspflanzen Wasser und Nährstoffe, was gerade unter den schwierigen klimatischen Bedingungen der letzten Jahre zu einer zusätzlichen Schwächung führt. Obwohl Misteln eine gewisse ökologische Bedeutung haben, sollten sie immer aus Obstbäumen entfernt werden, da sie die Gesundheit der Bäume gefährden und im Extremfall zum Absterben bringen können. Eine weitere Gefahr droht im Winter: Aufgrund der größeren Auflagefläche brechen Äste mit starkem Mistenbefall besonders häufig unter der Last von Schnee.

Wo immer möglich sollten sie auch aus den angrenzenden Laubbäumen entfernt werden, um den Befallsdruck zu verringern. Geschieht das nicht, sind erneute Infektionen der Obstbäume vorprogrammiert. Entgegen langläufiger Meinung stehen Misteln nicht unter Naturschutz! Sie dürfen und sollten entfernt werden.

Ungepflegter Apfelbaum mit starkem Mistelbefall
© Andreas Baumann

 

Misteln verbreiten sich hauptsächlich durch Vögel. Die Samen der Mistelpflanzen sind von einem weißen, zähen, und klebrigen Fruchtfleisch umgeben. Nachdem Vögel die Mistelfrüchte verzehrt haben, bleiben die klebrigen Samen teilweise an ihrem Schnabel haften. Wenn die Vögel dann auf anderen Bäumen landen, streifen sie die klebrigen Samen an den Ästen ab. 

Die klebrige Substanz hilft den Samen, an der Baumrinde zu haften. und keimen zu können. Sobald die Samen keimen, dringen die Wurzeln der Mistelpflanzen in den Baum ein und entziehen ihm Wasser und Nährstoffe.

Die Zunahme der Mistelverbreitung in den letzten Jahren kann auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden. Ein Grund ist oftmals mangelnde Pflege der Streuobstbestände: Werden einzelne Misteln in den Bäumen nicht regelmäßig entfernt, können sie in kurzer Zeit ganze Flächen befallen. Klimatische Veränderungen scheinen ebenfalls eine Rolle zu spielen, da sich die Bedingungen für das Wachstum von Misteln offenbar verbessern.

Abgebrochene Äste unter Schneelast. Apfelbaum war stark von Misteln befallen.
Abgebrochene Äste bei einem Apfelbaum mit starkem Mistelbefall. © Andreas Baumann

Bei Befall in den äußeren Ästen sollte der gesamte Ast mit einem Abstand bis 50 Zentimeter ins gesunde Holz entfernt werden. An den Hauptästen ist dies nicht möglich. Brechen oder schneiden Sie hier die jungen Misteln so früh wie möglich aus. Die Mistel braucht danach wieder drei bis vier Jahre, um eine fruchtende Pflanze zu entwickeln. Wenn dieser Zyklus unterbrochen wird, kann zumindest die weitere Ausbreitung eingedämmt werden. Entfernen Sie deshalb Neuaustriebe der Mistel immer wieder konsequent.

In diesem Flyer der Landesgruppe Hessen des Pomologen-Vereins e.V. gibt es weitere Informationen zur Gefahr für Obstbäume durch Mistelbefall.