Artenvielfalt steigern

Artenvielfalt steigern

Die extensive Nutzung als Mähwiese oder als Weidefläche fördert blütenreiche Wiesen, die für viele Insekten wichtige Lebensräume sind. Je magerer die Wiese, desto höher der Artenreichtum. Deshalb sollte das Grünland möglichst nicht gedüngt werden. Das schließt eine gezielte Düngung der Obstbäume, etwa in den ersten Jahren im Bereich der Baumscheibe allerdings nicht aus.

Ein konsequenter Verzicht auf Pestizide und Insektizide ist die Grundlage für eine hohe Vielfalt an Insektenarten. Einige Vogelarten wie Grünspecht, Neuntöter, Steinkauz oder Wendehals benötigen vor allem während der Aufzucht ihrer Jungen eine kurze Vegetation, damit sie leichter Nahrung finden. Daher ist es sinnvoll, einen Teil der Fläche bereits im April oder Mai zu mähen. Der andere Teil sollte aber unbedingt erst später gemäht werden, damit Blumen und Kräuter ausreichend Zeit für die Samenreife haben.

Artenvielfalt
© Andreas Baumann

Das Belassen von Totholz auf den Streuobstwiesen ist eine wichtige Schutzmaßnahme zur Förderung von vielen Wildbienen und Käferarten. Abgängige Obstbäume verfügen häufig über Hohlräume und sollten daher auf keinen Fall komplett entfernt werden. Als stehendes Totholz können die „Dürrständer“ nach Entfernen der meisten Äste noch viele Jahre ein wichtiges Habitat für Totholzkäfer, Wildbienen, Hornissen aber auch Fledermäuse oder Spechte und andere Vögel sein. Ein Ersatzbaum kann in unmittelbarem Umfeld neu gepflanzt werden. Insektenhotels können vorhandenes Totholz sinnvoll ergänzen.

Von Menschenhand angelegte Strukturen wie Stein-, Totholz- oder Reisighaufen können die Artenvielfalt verbessern. Hier können Vögel, Insekten und kleine Säugetiere Unterschlupf finden oder ihre Jungen großziehen. Das Schnittgut der Obstbäume kann zum Beispiel auch zum Bau einer Benjeshecke am Rand der Streuobstwiese verwendet werden. So lässt sich das praktische mit dem nützlichen verbinden. Als zusätzliche Struktur schafft die Benjeshecke Lebensraum für Insekten, Vögel und kleine Säugetiere. Gleichzeitig kann das anfallende Schnittgut sinnvoll verwendet werden. Künstliche Nisthilfen wie Insektenhotels, Nistkästen oder Steinkauzröhren können ein zusätzliches Angebot bieten.