Insekten

Große Holzbiene
Große Holzbiene © Andreas Baumann

Hornissen: Die geschützten Hornissen besiedeln gerne Streuobstwiesen. Sie bauen ihre Nester in Naturhöhlen oder Nistkästen. Für die Streuobstwiese sind sie sehr nützlich, denn sie vertilgen viele Insekten, auch Schädlinge. Hornissen sind sehr friedfertig und verteidigen sich nur bei direkten Gefahren für das Nest. Ein Stich ist nicht schmerzhafter als der einer Wespe.

Holzbienen: Die Holzbiene ist die größte in Hessen vorkommende Wildbienenart. Sie nutzt gerne Totholz in Streuobstwiesen, Gärten und Parkanlagen zum Nisten. Wie andere Wildbienen ist sie für die Streuobstwiesen sehr wichtig: Wildbienen sorgen deutlich effizienter als Honigbienen für die Bestäubung der Obstbäume. Sie fliegen zum Beispiel auch bei niedrigeren Temperaturen.

Hirschkäfer
Hirschkäfer © Simon Thorn

Hirschkäfer: Neben faulenden, morschen Wurzelstöcken und Stümpfen von Laubbäumen wie der Eiche können sich Hirschkäfer auch in waldnahen Streuobstbeständen entwickeln. Hier wurden bereits Birne, Apfel, Kirsche, Pflaume und Walnuss als Brutbäume genutzt. Hirschkäfer bevorzugen randständige Bäume in südexponierten Lagen.

Kirschprachtkäfer: Der seltene Kirschprachtkäfer steht hier stellvertretend für die gesamte Gruppe der holzbewohnenden Käferarten. Bei Untersuchungen in Streuobstbeständen werden regelmäßig allein etwa 300 Käferarten nachgewiesen. Rund ein Drittel der Arten ist auf das Vorkommen von Totholz angewiesen. Der Kirschprachtkäfer kommt vor allem auf wärmebegünstigten Streuobstbeständen mit einem hohen Anteil alter Süßkirsch-Hochstämme vor.

Große Goldschrecke © Simon Thorn

Heuschrecken und Grillen: Da die Wiesen unter den Obstbäumen häufig nur extensiv bewirtschaftet werden, sind viele Heuschreckenarten auf Streuobstwiesen nachzuweisen. In Wärmegunstlagen ist zudem das Weinhähnchen verbreitet und zunehmend finden sich in Hessen auch Gottesanbeterinnen. Auf sandigen Untergründen mit spärlichem Bewuchs unter den Obstbäumen kommen regelmäßig auch seltene Heuschrecken der Trockenrasen wie die Blauflügelige Ödlandschrecke vor. Wichtige Strukturen sind für einige Arten auch offene Sandstellen. Durch Altgrasstreifen können viele Heuschreckenarten und andere Insektengruppen gefördert werden.